Eine Frau die in den Himmel schaut und sich vielleicht etwas wünscht

Wünschen – Oder: Mit Gott dealen…

Ich habe mit Gott gesprochen: wenn ich einen Lottogewinn erhalte, werde ich ein Meditationszentrum bauen“, „Ich meditiere täglich, wann wird sich Gott mir zu erkennen geben?“, „Ich lebe Werte, wird sich mein Leben nun verbessern?“, „Ich weiß, ich soll nichts erwarten, dies mache ich jetzt auch nicht mehr, zeigst du dich Gott mir jetzt?“…

Kennst du den einen oder anderen Satz? Alle diese fallen unter die Kategorie: „Das Ich dealt mit Gott“. Es sind Verkaufsgespräche des Ichs, welches versucht indirekt etwas zu erhalten, was es will. Solange man sich als Individuum wahrnimmt, solange das Ich subtile bewusste und unterbewusste Bedürfnisse hat, solange man sich getrennt von Anderen wahrnimmt existieren diese Spielchen. Als „Ich“ projiziert der Mensch Verhaltensweisen auch auf Gott. Es ist dann so, als ob Gott „menschliche Eigenschaften“ hätte: so, als ob Gott Ziele hätte, die es zu verwirklichen gilt.

Nondualität versus Wünschen

Weder ist es Gott wichtig, dass jeder Mensch meditiert, noch ist Gott auf einer Weltverbesserungs- oder Aufstiegs Mission. Gott blickt nicht auf die Welt und sagt, diese ist „gut“ oder „schlecht“. Wünsche des Menschen sind ebenso wenig relevant! Alles, was von uns wahrgenommen wird ist die Schöpfung, die aus jener Quelle stammt. Alles ist „sein Kind“. Die Quelle ist alles, das Eine, wie das Andere. Die Quelle ist Politiker, Arbeiter, Lehrer oder Guru. Die Quelle ist das Auto, Bio Essen, ein Computer, Yoga, das Internet, Überwachung und Meditation. Alles ist Ausdruck des Einen. Nehme ich mich als getrenntes Individuum wahr, bewege ich mich durch das Leben mit meiner Bewertungsskala. Das Selbst kennt diese Beurteilungen nicht. Der Vater und die Mutter lieben ihr Kind, egal wie es sich verhält.

Auf der Suche hat „das Ich“ gelernt, dass man über alles verhandeln kann. Süßigkeiten können auch vor dem Essen erweint werden. Der Partner kann durch einen Augenaufschlag bewogen werden, einen Wunsch zu erfüllen.

Hey Gott, ich hab ein Angebot für dich…

Diese Strategie wird nun auf Gott angewendet. Am Weg der Selbstfindung beginnt der Dealer nun auch mit Gott zu dealen. Gott, das Selbst, Buddha, Allah, Krishna ist kein guter Verhandlungspartner: kein Meditationszentrum, kein Ashram, keine Disziplin kann als Vertragsobjekt gereicht werden, damit das „Ich“ im Gegenzug das erhält, was es will. Ich habe keinen Suchenden oder Guru erlebt, dessen subtiler Wunsch nach Ruhe und Frieden in Form eines Ashrams durch einen Lottogewinn erreicht wurde, welches ihm zur Wunscherfüllung geschenkt wurde.

  • Legt Gott keine Angebote! Es gibt nur eins zu tun: alle Wünsche, die mich zu diesen Angeboten geführt haben zu erkennen und loszulassen.
  • Ich wünsche mir also so sehr Ruhe, Frieden und Freiheit vom Alltag, dass ich lieber nur still in einem Ashram säße? Deale nicht mit Gott darum! Werde frei vom Wunsch nach Ruhe, Frieden und Freiheit und du bist ruhig und frei.
  • Du wünscht, dass dich Meditation zu einem Ziel bringt und Gott zu schauen? Meditiere nicht um etwas zu erreichen. Das „Ich“ kann sein erklärtes Ziel NIE erreichen. Meditation dient dazu, jenen Teil, der all das will zum Schweigen zu bringen.
  • Du wünschst, dass durch deine spirituellen Aktivitäten dein Leben besser wird? Lasse auch diesen Wunsch los und du bist frei! Vergesse nicht: der Wunsch ist der Vater des Gedanken!
  • Du erwartest, dass Gott sich dir zeigt? Schweige, werde still – und nicht Gott wird sich dir zeigen, sondern du wirst erkennen, dass du das Gesuchte bist.
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